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Surfboard Finnen

Finnen

Schon in den 90ern vertrat Stylemaster Tom Curren die Ansicht, dass man mit unterschiedlichen Finnensets ein Surfboard auf verschiedenste Bedingungen fein-tunen kann und dadurch das ein oder andere Surfboard zu Hause lassen kann. Das gilt aktuell umso mehr, da fast alle modernen Shapes mit unterschiedlichen Finnen Setups surfbar sind. Wie führen eine Vielzahl von Finnensets für FCS, FCS II, Future und US-Box, damit Du dein Board auf jede Wellensituation abstimmen kannst.

Um bei der riesigen Auswahl an unterschiedlichen Finnen ein passendes Set herauszufiltern, gilt es zunächst an zwei Stellschrauben zu drehen: Größe und Material.

Die Größe der Finnen orientiert sich primär am Gewicht des Surfers. Wir haben die Finnen in fünf Größenkategorien eingeteilt: XS für Kids, S für leichtere Surfer bis ca. 70kg, M für Surfer von 65-80kg, L für Surfer von 75-95kg und XL für 90kg aufwärts. Es gilt: je größer die Finne, desto mehr Halt und Kontrolle liefert sie, aber desto weniger wendig wird sich das Board anfühlen. Ein 75kg schwerer Surfer könnte so beispielsweise ein M Finnenset als Allround Set surfen und bei größeren, kraftvolleren Wellen zu größeren Finnen (L) greifen.

Das Material, aus dem die Finne besteht, beeinflusst wiederum das Flexverhalten der Finne. Eine hochwertiger hergestellte Finne kann einen maßgeblichen Unterschied machen, wie sich das Board in Turns anfühlen wird. Vereinfacht gesagt sind Finnen mit höherem Fiberglas Anteil steifer, was wiederum zu einer direkteren Kraftübertragung und mehr Kontrolle führt. So kann bspw. ein Upgrade von einer einfachen "Standardfinne" auf eine geglaste Finne zu einer verbesserten Board-Kontrolle führen, auch wenn Form und Größe der Finne identisch bleiben.

Frittboards Finnen Lexikon

Finnen Material

Glass Flex – Hier handelt es sich um eine Kunstoff/Glasfaser Mischung, die zwar kostengünstig ist, aber eine relativ weiche Finne hervorbringt. Die Finne neigt dazu, sich bei hohem Druck zu stark zu verbiegen, sodass sich das Board bei kraftvollen Wellen etwas "schwammig" anfühlen kann. Für den Einsatz in kraftvollen Wellen und für fortgeschrittene Surfer nicht unbedingt zu empfehlen, für Einsteiger und leicht fortgeschrittene Surfer eine kostengünstige Lösung.

Green Flex - Gleiche Eigenschaften wie die Glass-Flex Bauweise mit einem höheren Anteil an recycelten Materialien im Produktionsprozess.

Neo Glass – Ähnlich wie Glass Flex, allerdings mit einem höheren Glassfaser Anteil, sodass die Finne deutlich steifer wird. Diese Bauweise ist unsere Empfehlung für alle, die ein günstiges, solides Finnenset für das FCS II System suchen.

Performance Core/Honeycomb - Geglaste Finne mit Schaumkern; eine leichte und steife Bauweise mit einer ausgewogenen Mischung aus Steifheit und Flex, perfekt für ein Allround Finnen Set.

Performance Glass/Fiberglass - 100% geglaste Finne. Etwas schwerer und noch steifer als Finnen mit Schaumkern. Diese Bauweise ist perfekt für kontrolliertes Surfen in kraftvollen Wellen geeignet. Allerdings ist die Bauweise durch den geringen Flex der Finnen weniger für schwächere Wellen geeignet, in denen man selbst Geschwindigkeit generieren muss.

Performance Core Carbon/Techflex/Black Stix - Geglaste Finnen mit Schaumkern und Carbonverstärkungen. Die Carbonmatten werden je nach gewünschtem Effekt unterschiedlich platziert, um das Flexverhalten der Finne zu verändern. Diese Bauweisen sind sehr technisch und nur für fortgeschrittene Surfer zu empfehlen, die genau wissen, was sie von einer Finne erwarten.

Finnen Shapes

Nachdem man das Finnenangebot nach Größe und Material gefiltert hat, gilt es sich letztlich noch für ein Fin Shape zu entscheiden. Hier gibt es kein Pauschalrezept, da die "ideale" Finne abhängig von Surfstil, Boardshape und Wellenart sein kann und man das perfekte Finnenset nur durch Ausprobieren verschiedener Varianten finden kann. Im Folgenden haben wir als Entscheidungshilfe eine Übersicht über die wichtigsten Eigenschaften und Fachbegriffe aufgeführt.

Area – bezeichnet die Fläche der Finne und ergibt sich durch die Größe und der Form der Finnen. Je mehr Area ein Finnen Set hat, desto mehr Halt und Kontrolle wird es geben und desto weniger wendig wird es sich anfühlen.

Base- Je breiter die Finne in der Base - also "unten" - ist, desto mehr Drive gibt sie. Eine Finne mit viel Drive begünstigt langgezogene Turns, bei denen viel Geschwindigkeit gehalten werden kann.

Cant – Cant bezeichnet den Winkel, in dem die Seitenfinnen zum Board stehen. Je mehr Cant eine Finne hat, desto mehr Auftrieb wird sie geben. Turns werden dadurch länger und es kann mehr Geschwindigkeit gehalten werden.

Drive/Hold/Pivot - Durch die unterschiedlichen Ausprägungen der Finnendimension ergeben sich die Fahreigenschaften des Finnen Sets, die man in Drive, Hold und Pivot differenzieren kann. Finnen mit viel Drive und Hold bieten sich für "carved Turns" in lang laufenden Pointbreaks an; in sich schnell ändernden Wellen - typischerweise Beachbreaks - rückt hingegen der Pivot (Drehradius)in den Mittelpunkt , um enger in der Pocket der Welle surfen zu können. Welche Kombination für Dich die beste ist, hängt von Deinem Surfrevier, Board und Surfstil ab und hier heißt es: Ausprobieren und experimentieren! Während Einsteiger und leicht Fortgeschrittene oft wenig bis gar keine Unterschiede zwischen Finnen Formen bemerken, werden sich fortgeschrittene Surfern wundern, was Finnen noch aus einem Board rausholen können.

Foil – meint das Profil des Finnensets und bezieht sich immer auf die Seitenfinnen, da die Mittelfinne sowieso immer symmetrisch und beitseitig konvex geformt ist. Die Seitenfinnen sind auf der Außenseite ebenfalls konvex, können aber auf der Innenseite flach (Flat Foil) oder konkav (Inside Foil). Eine konkave Inside Foil bewirkt einen hydrodynamischeren Wasserfluss, wodurch Reibung reduziert und der Auftrieb erhöht wird. Eine Finne mit Inside Foil ist vor allem dann hilfreich, wenn die Welle "schlapp" ist und man selbst viel Geschwindigkeit generieren muss. In schnellen und druckvollen Wellen bevorzugen die meisten Surfer ein Flat Foil, um mehr Kontrolle in den Turns zu haben. Beim Quad Setup gibt es neben den beiden Foil Varianten der vorderen Seitenfinnen weitere Kombinationen für die hinteren Finnen. Ein 50/50 Foil - also beidseitig konvexes Profi - liefert Stabilität und ist vor allem bei weit mittig positionierten Fin Plugs hilfreich. Sind die Plugs relativ nah am Rail plaziert und vor allem Drive und Auftrieb gewünscht, kann ein Flat Foil die bessere Lösung sein. 80/20 und 60/40 Foils liefern feinere Abstufungen zwischen den beiden Extremvarianten.

Rake - also die Biegung der Finne nach hinten, ist das Bindeglied zwischen Base und Tip in der Fahreigenschaft der Finne. Mehr Rake erzeugt mehr Drive und Hold, während eine aufrechtere Finne mit wenig Rake sehr drehfreudig ist und weniger Halt gibt.

Tip - Je schmaler die Finne im Tip, also der Spitze, ist, desto weniger Hold, also Halt und Kontrolle, wird sie geben. Oft wird eine breite Base mit einem schmaleren Tip ausgeglichen.

Finnen Set Ups

Bonzer – Bonzer bezeichnet sowohl ein Boardshape als auch ein Fin Set up. Bei Bonzer Finnen handelt es sich um vier kleine Seitenfinnen, mit extremem Cant (Winkel zum Board) und sehr langer Base, die durch eine größere Mittelfinne zu ergänzen sind. Dieses Set up ist ausschließlich bei Bonzer Wellenreitern zu finden und bietet extrem viel Drive.

Multi Fin – Gemeint ist hiermit das 5-Finnen-Set-up, dass die Nutzung eines Thruster- oder Quadsets ermöglichen soll. Mit fünf Finnen wird dieses Set-up allerhöchstens mit einer zentralen Knubster Finne gesurft.

Single Fin – Einzelne, große Mittelfinne, in der Regel mit US-Box System. Da hier nur über eine einzige Finne gesurft wird, muss diese entsprechend groß und steif sein, um eine ausreichende Board-Kontrolle zu ermöglichen. Single Fins zeichnen sich durch sehr viel Drive aus, aber haben meistens deutlich weniger Pivot als alle anderen Finnen Set ups.

Thruster – Das 3-Finnen Set up hat Anfang der 80er Jahre begonnen alle anderen Finnen Set ups aus dem Fokus zu drängen und das moderne Shortboard Surfen bis heute geprägt. Im Vergleich zu anderen Set ups bietet es eine größere Wendigkeit und vor allem mehr Hold und Kontrolle im kritischen vertikalen Teil der Welle.

Twin Fin – Dieses Set up mit zwei großen Seitenfinnen ist fast nur noch bei Retro Fishen zu finden. Da es auf eine zentrale Mittelfinne verzichtet, bietet es extrem viel Drive, was allerdings zu Lasten der Kontrolle geht. Twin Fins begünstigen schnelles Down the Line surfen, horizontale Lines mit langgezogenen Cutbacks und das effiziente Überbrücken von schwachen Wellen Sections.

Quad – Quads (4 Fin Set up) waren vor dem Siegeszug des Thrusters die erste Wahl als Fin Set up für Shortboards und erleben aktuell durch das vermehrte Einsetzen von Multi Fin Set ups ein Comeback. Im Vergleich zu Thruster bieten sie mehr Drive und lassen sich einfacher in schwächeren Wellen surfen, da sie mehr Geschwindigkeit und Auftrieb erzeugen. Insbesondere für Surfer, die (noch) keine vertikale Manöver in steilen Wellen beherrschen bzw. anstreben eine sehr empfehlenswerte Alternative, um mehr Flow und letztlich Spaß in das eigene Surfen zu bringen.

1+2 – Meint die Kombination einer großen Single Fin mit zwei kleinen Sidefins. Durch die zusätzlichen Seitenfinnen wird Auftrieb und Hold im Tail des Boards erhöht und engere Turns ermöglicht.